„Pressen!“ – diesen Befehl hat fast jede gebärende Frau schon einmal gehört. Die verbale Aufforderung zum Pressen ist besonders wichtig, wenn die Patientin unter einer Epiduralanästhesie steht.
Wissenschaftler des Women’s and Children’s Hospital in Lafayette haben ein Gerät entwickelt, das der Frau während der Geburt signalisiert, wie effektiv das Pressen ist.
Ein Drittel der Gebärenden in Großbritannien erhält Anästhetika, die dafür bekannt sind, die Dauer der Geburt zu verlängern. Dies liegt unter anderem daran, dass die verwendeten Medikamente die Signale blockieren, die normalerweise von den Nervenenden an das Gehirn gesendet werden und anzeigen, wann gepresst werden sollte.
Eine verlängerte Geburt erhöht das Risiko von Komplikationen sowohl für die Mutter als auch für das Kind.
Das von den Wissenschaftlern aus Lafayette entwickelte Gerät wird mithilfe von Elektroden am Kopf des ungeborenen Kindes sowie im Dammbereich der Frau angebracht. Es ist an einen Laptop angeschlossen und liefert in Echtzeit Informationen über die Bewegungen des Kindes sowie die Muskelkontraktionen der Mutter.
Die Effektivität des Pressens wird auf einem übersichtlichen Diagramm dargestellt und zusätzlich durch ein akustisches Signal unterstützt, dessen Tonhöhe und Frequenz von der aktuellen Effektivität des Pressens sowie der Bewegung des Kindes abhängen.
Die Erfindung wurde an einer Gruppe von 45 Frauen getestet, während eine weitere Gruppe von 24 Gebärenden als Kontrollgruppe diente.
Die Ergebnisse zeigten, dass die durchschnittliche Dauer der Pressphase bei den Frauen, die das Gerät nutzten, um 19 Minuten kürzer war (58 gegenüber 77 Minuten). Gleichzeitig wurde eine geringere Häufigkeit von Komplikationen im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt.
